Чтение без границ

Немецкая сказка известных писателей братьев Гримм обязательно понравится и взрослым, и детям. У истории простой, но очень увлекательный сюжет, где присутствуют заколдованные принцы, злобный гном и две трудолюбивые красавицы Беляночка и Розочка. Сказка о двух сёстрах Беляночке и Розочке с добрыми сердцами полюбивших медведя и сокола не зная, что это заколдованные грозным лесным колдуном-бородачом принц и его друг.

Brüder Grimm «Schneeweißchen und Rosenrot»

Teil 1
Eine arme Witwe, die lebte einsam in einem Hüttchen, und vor dem Hüttchen war ein Garten, darin standen zwei Rosenbäumchen, davon trug das eine weiße (на одном цвели белые), das andere rote Rosen; und sie hatte zwei Kinder, die glichen den beiden Rosenbäumchen, und das eine hieß Schneeweißchen (Беляночка), das andere Rosenrot (Розочка).

Sie waren aber so fromm und gut, so arbeitsam und unverdrossen, als je (когда-либо) zwei Kinder auf der Welt gewesen sind: Schneeweißchen war nur stiller und sanfter als Rosenrot. Rosenrot sprang lieber in den Wiesen und Feldern umher, suchte Blumen und fing Sommervögel; Schneeweißchen aber saß daheim (дома) bei der Mutter, half ihr im Hauswesen oder las ihr vor, wenn nichts zu tun war.

Die beiden Kinder hatten einander so lieb, dass sie sich immer an den Händen fassten, sooft (всякий раз)sie zusammen ausgingen; und wenn Schneeweißchen sagte: «Wir wollen uns nicht verlassen (давай, не будем расставаться)», so antwortete Rosenrot: «Solange wir leben, nicht», und die Mutter setzte hinzu: «Was das eine hat, soll’s mit dem andern teilen.»

Oft liefen sie im Walde allein umher und sammelten rote Beeren, aber kein Tier tat ihnen etwas zuleide, sondern (а наоборот) sie kamen vertraulich herbei: das Häschen fraß ein Kohlblatt aus ihren Händen, das Reh(косуля)graste an ihrer Seite, der Hirsch sprang ganz lustig vorbei, und die Vögel blieben auf den Ästen sitzen und sangen, was sie nur wussten.

Teil 2
Kein Unfall traf sie — wenn sie sich im Walde verspätet hatten und die Nacht sie überfiel, so legten sie sich nebeneinander auf das Moos und schliefen, bis der Morgen kam, und die Mutter wusste das und hatte ihretwegen (за них) keine Sorge.

Einmal, als sie im Walde übernachtet hatten und das Morgenrot sie aufweckte, da sahen sie ein schönes Kind in einem weißen, glänzenden Kleidchen neben ihrem Lager (ночлег) sitzen. Es stand auf und blickte sie ganz freundlich an, sprach aber nichts und ging in den Wald hinein.

Und als sie sich umsahen, so hatten sie ganz nahe bei einem Abgrunde geschlafen und wären gewiss hineingefallen, wenn sie in der Dunkelheit noch ein paar Schritte weitergegangen wären. Die Mutter aber sagte ihnen, das müsste der Engel gewesen sein, der gute Kinder bewache.

Schneeweißchen und Rosenrot hielten das Hüttchen der Mutter so reinlich, dass es eine Freude war hineinzuschauen (любо-дорого посмотреть). Im Sommer besorgte Rosenrot das Haus und stellte der Mutter jeden Morgen, ehe (прежде) sie aufwachte, einen Blumenstrauß vors Bett, darin war von jedem Bäumchen eine Rose.

Im Winter zündete Schneeweißchen das Feuer an und hing den Kessel an den Feuerhaken (на крюк над огнем), und der Kessel war von Messing (из жёлтой меди), glänzte aber wie Gold, so rein war er gescheuert.

Abends, wenn die Flocken fielen, sagte die Mutter: «Geh, Schneeweißchen, und schieb den Riegel vor», und dann setzten sie sich an den Herd (очаг), und die Mutter nahm die Brille und las aus einem großen Buche vor und die beiden Mädchen hörten zu, saßen und spannen; neben ihnen lag ein Lämmchen auf dem Boden, und hinter ihnen auf einer Stange saß ein weißes Täubchen und hatte seinen Kopf unter den Flügel gesteckt.

Teil 3
Eines Abends, als sie so vertraulich beisammen saßen, klopfte jemand an die Türe, als wollte er eingelassen sein. Die Mutter sprach: «Geschwind, Rosenrot, mach auf, es wird (это, должно быть) ein Wanderer sein, der Obdach sucht.»

Rosenrot ging und schob den Riegel weg und dachte, es wäre ein armer Mann, aber der war es nicht, es war ein Bär, der seinen dicken schwarzen Kopf zur Türe hereinstreckte (просунул). Rosenrot schrie laut und sprang zurück: das Lämmchen blökte, das Täubchen flatterte auf, und Schneeweißchen versteckte sich hinter der Mutter Bett.

Der Bär aber fing an zu sprechen und sagte: «Fürchtet euch nicht, ich tue euch nichts zuleide, ich bin halb erfroren und will mich nur ein wenig bei euch wärmen.»

«Du armer Bär», sprach die Mutter, «leg dich ans Feuer und gib nur acht, dass dir dein Pelz nicht brennt.» Dann rief sie: «Schneeweißchen, Rosenrot, kommt hervor, der Bär tut euch nichts (ничего вам не сделает), er meint es ehrlich.»

Da kamen sie beide heran, und nach und nach näherten sich auch das Lämmchen und Täubchen und hatten keine Furcht vor ihm. Der Bär sprach: «Ihr Kinder, klopft mir den Schnee ein wenig aus dem Pelzwerk», und sie holten den Besen und kehrten dem Bär das Fell rein; er aber streckte sich ans Feuer und brummte ganz vergnügt und behaglich.

Teil 4
Nicht lange (прошло немного времени), so wurden sie ganz vertraut undtrieben Mutwillen mit dem unbeholfenen Gast. Sie zausten ihm das Fell mit den Händen, setzten ihre Füßchen auf seinen Rücken und wälgerten (перекатывали) ihn hin und her, oder sie nahmen eine Haselrute (лещиновый прут) und schlugen auf ihn los, und wenn er brummte, so lachten sie. Der Bär ließ sich’s aber gerne gefallen, nur wenn sie’s gar zu arg (сильно) machten, rief er:

«Lasst mich am Leben, ihr Kinder. Schneeweißchen, Rosenrot, schlägst dir den Freier (жених) tot.»

Als Schlafenszeit war und die andern zu Bett gingen, sagte die Mutter zu dem Bär: «Du kannst in Gottes Namen (с богом) da am Herde liegen bleiben, so bist du vor der Kälte und dem bösen Wetter geschützt.» Sobald der Tag graute, ließen ihn die beiden Kinder hinaus, und er trabte (traben – бежать рысью) über den Schnee in den Wald hinein.

Von nun an kam der Bär jeden Abend zu der bestimmten Stunde, legte sich an den Herd und erlaubte den Kindern, Kurzweil mit ihm zu treiben, so viel sie wollten; und sie waren so gewöhnt an ihn, dass die Türe nicht eher zugeriegelt ward, als bis der schwarze Gesell (товарищ) angelangt war.

Teil 5
Als das Frühjahr herangekommen und draußen alles grün war, sagte der Bär eines Morgens zu Schneeweißchen: «Nun muss ich fort und darf den ganzen Sommer nicht wiederkommen (нельзя будет вернуться).»

«Wo gehst du denn hin, lieber Bär?» fragte Schneeweißchen.

Ich muss in den Wald und meine Schätze vor den bösen Zwergen hüten: im Winter, wenn die Erde hartgefroren ist, müssen sie wohl unten bleiben und können sich nicht durcharbeiten (пробиться), aber jetzt, wenn die Sonne die Erde aufgetaut und erwärmt hat, da brechen sie durch, steigen herauf, suchen und stehlen; was einmal in ihren Händen ist (что однажды попадает в их руки) und in ihren Höhlen liegt, das kommt so leicht nicht wieder an des Tages Licht (то так легко не окажется снаружи (насвету)).»

Schneeweißchen war ganz traurig über den Abschied, und als es ihm die Türe aufriegelte und der Bär sich hinausdrängte (протискивался наружу), blieb er an dem Türhaken hängen (зацепился), und ein Stück seiner Haut riß auf, und da war es Schneeweißchen (показалось), als hätte es Gold durchschimmern gesehen; aber es war seiner Sache nicht gewiss (но она не была уверена в этом). Der Bär lief eilig fort und war bald hinter den Bäumen verschwunden.

Nach einiger Zeit schickte die Mutter die Kinder in den Wald, Reisig (хворост) zu sammeln. Da fanden sie draußen einen großen Baum, der lag gefällt (поваленное) auf dem Boden, und an dem Stamme sprang zwischen dem Gras etwas auf und ab (вверх и вниз), sie konnten aber nicht unterscheiden, was es war.

Als sie näher kamen, sahen sie einen Zwerg mit einem alten, verwelkten Gesicht und einem ellenlangen, schneeweißen Bart. Das Ende des Bartes war in eine Spalte des Baums eingeklemmt, und der Kleine sprang hin und her wie ein Hündchen an einem Seil (собачонка на привязи) und wusste nicht, wie er sich helfen sollte.

Teil 6
Er glotzte die Mädchen mit seinen roten feurigen Augen an und schrie: «Was steht ihr da! Könnt ihr nicht herbeigehen und mir Beistand leisten?»

«Was hast du angefangen, kleines Männchen?» fragte Rosenrot.

«Dumme, neugierige Gans», antwortete der Zwerg, «den Baum habe ich mir spalten (расщепить, расколоть) wollen, um kleines Holz (тонкие дрова) in der Küche zu haben; bei den dicken Klötzen (der Klotz – чурбан) verbrennt gleich das bisschen Speise, das unsereiner (=мы, наш брат) braucht, der nicht so viel hinunterschlingt als ihr grobes, gieriges Volk. Ich hatte den Keil schon glücklich hineingetrieben, und es wäre alles nach Wunsch gegangen, aber das verwünschte Holz war zu glatt und sprang unversehens heraus, und der Baum fuhr so geschwind zusammen, dass ich meinen schönen weißen Bart nicht mehr herausziehen konnte; nun steckt er drin, und ich kann nicht fort. Da lachen die albernen (глупые) glatten Milchgesichter (=молокосос)! Pfui, was seid ihr garstig (какие вы гадкие)!»

Die Kinder gaben sich alle Mühe, aber sie konnten den Bart nicht herausziehen, er steckte zu fest. «Ich will laufen und Leute herbeiholen», sagte Rosenrot. «Wahnsinnige Schafsköpfe», schnarrte der Zwerg, «wer wird gleich Leute herbeirufen (зачем сразу же звать людей), ihr seid mir schon um zwei zu viel; fällt euch nicht Besseres ein?»

«Sei nur nicht ungeduldig», sagte Schneeweißchen, «ich will schon Rat schaffen (найду выход)», holte sein Scherchen aus der Tasche und schnitt das Ende des Bartes ab. Sobald der Zwerg sich frei fühlte, griff er nach einem Sack, der zwischen den Wurzeln des Baums steckte und mit Gold gefüllt war, hob ihn heraus und brummte vor sich hin: «Ungehobeltes (неотёсанный) Volk, schneidet mir ein Stück von meinem stolzen Barte ab! Lohn’s euch der Kuckuck (черт вас побери)!» Damit schwang er seinen Sack auf den Rücken und ging fort, ohne die Kinder nur noch einmal anzusehen.

Teil7
Einige Zeit danach wollten Schneeweißchen und Rosenrot Fische angeln.

Als sie nahe bei dem Bach waren, sahen sie, dass etwas wie eine große Heuschrecke nach dem Wasser zuhüpfte, als wollte es hineinspringen (впрыгнуть в воду).

Sie liefen heran und erkannten den Zwerg. «Wo willst du hin? (куда ты хочешь?)» sagte Rosenrot, «du willst doch nicht ins Wasser? (уж не в воду ли?)»

«Solch ein Narr bin ich nicht», schrie der Zwerg, «seht ihr nicht, der verwünschte Fisch will mich hineinziehen (втянуть)?»

Der Kleine hatte da gesessen und geangelt, und unglücklicherweise hatte der Wind seinen Bart mit der Angelschnur (рыболовная леска) verflochten; als gleich darauf (и сразу после этого) ein großer Fisch anbiss (клюнула), fehlten dem schwachen Geschöpf die Kräfte, ihn herauszuziehen: der Fisch behielt die Oberhand und riss den Zwerg zu sich hin.

Zwar hielt er sich an allen Halmen und Binsen (камыш), aber das half nicht viel, er musste den Bewegungen des Fisches folgen und war in beständiger Gefahr, ins Wasser gezogen zu werden. Die Mädchen kamen zu rechter Zeit, hielten ihn fest und versuchten, den Bart von der Schnur loszumachen, aber vergebens, Bart und Schnur waren fest ineinander verwirrt.

Es blieb nichts übrig (не оставалось ничего другого), als das Scherchen hervorzuholen und den Bart abzuschneiden, wobei ein kleiner Teil desselben verlorenging. Als der Zwerg das sah, schrie er sie an: «Ist das Manier, ihr Lorche (=Lorke), einem das Gesicht zu schänden (тут — обезображивать)? Nicht genug, dass ihr mir den Bart unten abgestutzt habt, jetzt schneidet ihr mir den besten Teil davon ab: ich darf mich vor den Meinigen gar nicht sehen lassen. Dass ihr laufen müsstet und die Schuhsohlen verloren hättet!»

Teil8
Dann holte er einen Sack Perlen, der im Schilfe lag, und ohne ein Wort weiter zu sagen, schleppte er ihn fort und verschwand hinter einem Stein.

Es trug sich zu, dass bald hernach die Mutter die beiden Mädchen nach der Stadt schickte, Zwirn, Nadeln, Schnüre und Bänder einzukaufen. Der Weg führte sie über eine Heide, auf der hier und da mächtige Felsenstücke zerstreut lagen.

Da sahen sie einen großen Vogel in der Luft schweben, der langsam über ihnen kreiste, sich immer tiefer herabsenkte(опускалась все ниже(und endlich nicht weit bei einem Felsen niederstieß. Gleich darauf(сразу вслед за тем)hörten sie einen durchdringenden, jämmerlichen Schrei. Sie liefen herzu und sahen mit Schrecken, dass der Adler ihren alten Bekannten, den Zwerg, gepackt hatte und ihn forttragen wollte.

Die mitleidigen Kinder hielten gleich das Männchen fest und zerrten sich (тащили к себе) so lange mit dem Adler herum, bis er seine Beute fahrenließ. Als der Zwerg sich von dem ersten Schrecken erholt hatte, schrie er mit einer kreischenden Stimme: «Konntet ihr nicht säuberlicher mit mir umgehen? Gerissen habt ihr an meinem dünnen Röckchen (комзольчик), dass es überall zerfetzt und durchlöchert ist, unbeholfenes und läppisches (бестолковый) Gesindel (отродье), das ihr seid!» Dann nahm er einen Sack mit Edelsteinen und schlüpfte wieder unter den Felsen in seine Höhle.

Teil 9
Die Mädchen waren an seinen Undank schon gewöhnt, setzten ihren Weg fort und verrichteten ihr Geschäft in der Stadt. Als sie beim Heimweg wieder auf die Heide kamen, überraschten sie den Zwerg, der auf einem reinlichen Plätzchen seinen Sack mit Edelsteinen ausgeschüttet und nicht gedacht hatte, dass so spät noch jemand daherkommen würde.

Die Abendsonne schien über die glänzenden Steine, sie schimmerten und leuchteten so prächtig in allen Farben, dass die Kinder stehen blieben und sie betrachteten. «Was steht ihr da und habt Maulaffen feil!» schrie der Zwerg, und sein aschgraues Gesicht ward zinnoberrot (Zinnober — киноварь(минерал красного цвета)) vor Zorn.

Er wollte mit seinen Scheltworten fortfahren, als sich ein lautes Brummen hören ließ und ein schwarzer Bär aus dem Walde herbeitrabte. Erschrocken sprang der Zwerg auf, aber er konnte nicht mehr zu seinem Schlupfwinkel gelangen, der Bär war schon in seiner Nähe.

Da rief er in Herzensangst: «Lieber Herr Bär, verschont mich, ich will Euch alle meine Schätze geben, sehet, die schönen Edelsteine, die da liegen. Schenkt mir das Leben, was habt Ihr an mir kleinen, schmächtigen Kerl? Ihr spürt mich nicht zwischen den Zähnen; da, die beiden gottlosen Mädchen packt, das sind für Euch zarte Bissen, fett wie junge Wachteln (молодые перепелки), die fresst in Gottes Namen.» Der Bär kümmerte sich um seine Worte nicht, gab dem boshaften Geschöpf einen einzigen Schlag mit der Tatze, und es regte sich nicht mehr.

Die Mädchen waren fortgesprungen, aber der Bär rief ihnen nach: «Schneeweißchen und Rosenrot, fürchtet euch nicht, wartet, ich will mit euch gehen.» Da erkannten sie seine Stimme und blieben stehen, und als der Bär bei ihnen war, fiel plötzlich die Bärenhaut ab, und er stand da als ein schöner Mann und war ganz in Gold gekleidet. «Ich bin eines Königs Sohn», sprach er, «und war von dem gottlosen Zwerg, der mir meine Schätze gestohlen hatte, verwünscht, als ein wilder Bär in dem Walde zu laufen, bis ich durch seinen Tod erlöst würde. Jetzt hat er seine wohlverdiente Strafe empfangen.»

Schneeweißchen ward mit ihm vermählt und Rosenrot mit seinem Bruder, und sie teilten die großen Schätze miteinander, die der Zwerg in seiner Höhle zusammengetragen hatte. Die alte Mutter lebte noch lange Jahre ruhig und glücklich bei ihren Kindern. Die zwei Rosenbäumchen aber nahm sie mit, und sie standen vor ihrem Fenster und trugen jedes Jahr die schönsten Rosen, weiß und rot.

das Ende

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